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Landtagskandidatin Sabine Schulz-Rakowski besucht Hundeschule in Over Foto: S.S.R.

15. August 2022: Besuch der Hundeschule „Die ElbNasen“ in Over

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Landtagskandidatin Sabine Schulz-Rakowski besucht die Hundeschule „Die ElbNasen“ in Over.

Bei meinem Stopp am Elbufer habe ich die Leiterinnen der Hundeschule „Die ElbNasen“, Miriam Herrmann und Saskia Loll-Harms, getroffen, die mich im Gespräch über das umfangreiche Angebot vom Welpen-Training, über gemischte Gruppen bis hin zum körpersprachlichen Longieren, in ihrem Betrieb informiert haben.

Die Tiere lernen in den Trainingsstunden spielerisch die wichtigsten Grundlagen, wie erste Signale: „Sitz“, „Platz“ – auch werden die Hunde an unterschiedliche Untergründe herangeführt und den Haltern werden sinnvolle Beschäftigungen zur körperlichen und geistigen Auslastung der Hunde nähergebracht.

Mein Besuch bei den ElbNasen begann mit einer freudigen Begrüßung durch die Hunde, die als Pensions- oder Tagesgäste vor Ort waren. Das Gelände der ElbNasen liegt direkt an der Seeve, gegenüber vom Seevesiel.

Es bietet den Hunden optimalen Auslauf – gleichzeitig gibt es aber ausreichend Platz, sodass die Tiere auch zur Ruhe kommen und entspannen können.

Zurzeit sind drei Pensionshunde und zwei Tageshunde auf dem Gelände unterwegs.

Landtagskandidatin Sabine Schulz-Rakowski besucht Hundeschule in Over Foto: S.S.R.

Miriam Herrmann betont in ihrem Bericht, wie wichtig es sei, dass die Hunde in Kleingruppen zusammengeführt werden. Dabei werde sehr genau auf die Verträglichkeit der einzelnen Tiere untereinander geachtet. Die Gruppenhaltung im Pensionsbetrieb sei eine wichtige Maßnahme, um einen möglichst stressfreien Aufenthalt für die Tiere zu gewährleisten.

Dies wurde bei der Betriebserlaubnis nicht berücksichtigt, so dass nur sieben Hunde anstatt der gewünschten vierzehn zeitgleich auf dem Gelände anwesend sein dürfen, erläutert mir die Hundetrainerin.

Auch die Anerkennung der Hundetrainerlizenz nach §11 gestaltet sich häufig schwierig und wird unterschiedlich bewertet; hier wünscht sie sich eine Gleichbehandlung sowohl von Vereinen als auch von gewerblich geführten Hundeschulen. Vor allem bräuchte es einheitliche Regelungen, welche Voraussetzungen eine Hundetrainer-Ausbildung erfüllen muss, um von den zuständigen Behörden anerkannt zu werden.

Derartige bürokratische Hürden sind leider sehr hoch, wie mir scheint, und sie erweisen sich bei der fachgerechten Unterstützung von den Hundehaltern und ihren Tieren als kontraproduktiv; denn eigentlich haben doch alle das gleiche Ziel, dass es den Tieren gut geht.

Weiter interessierte es mich, wie sich die Pandemie auf ihren Betrieb ausgewirkt hat – kommen jetzt vermehrt Hundebesitzer*innen zu ihnen, die sich ihren Hund in der Zeit des Lockdowns angeschafft haben? Dies wird vom Team bestätigt und sie erklären, dass die Arbeit als Hundetrainerin jetzt sehr wichtig und gefragt sei, da die Menschen erst lernen müssen, den wieder stattfindenden Alltag mit ihrem liebgewonnenen Tier zu gestalten und auch die Tiere sich wieder neu eingewöhnen müssen.

Dies gilt jedoch auch insbesondere für die Hunde aus dem Tierschutz; diese Tiere haben viel erlebt und brauchen jetzt eine gezielte Unterstützung, um hier einen guten Start in ihrem neuen Zuhause mit neuen Menschen haben zu können.

Saskia Loll-Harms spricht noch ein weiteres Problem an:

Der illegale Welpen-Handel mit viel zu jungen und traumatisierten Hundebabys hat in letzter Zeit sehr stark zugenommen; diese Tiere sind häufig krank und leiden sehr. Da muss noch mehr hingeschaut und die Menschen müssen sensibilisiert werden, finde ich, weil dieser Markt ansonsten noch größeres Leid und Schaden anrichten wird.

Während des Gesprächs erfahre ich, dass „Die ElbNasen“-Hundeschule ihre Kurse leider nur noch bis zum 31.08 2022 in Over anbieten kann, da der Pachtvertrag nicht verlängert wurde. „Danach wird der Unterricht erst einmal mobil stattfinden, bis ein anderes Grundstück gefunden ist“, berichtet Miriam Herrmann.

Doch genau das gestaltet sich schwieriger als gedacht, da das Trainingsgelände eingezäunt sein muss, um sicher mit Hund und Halter trainieren zu können.

In vielen Bereichen ist dies ein Problem – die Bauordnung lässt im Außenbereich nur in der landwirtschaftlichen Nutzung eine Einzäunung zu, nicht aber bei gewerblicher Nutzung.

Hier gilt es, starre Regeln und Verordnungen zu durchbrechen – das Tierwohl sollte im Vordergrund stehen: Die Leistung dieser Hundeschule kann gar nicht hoch genug wertgeschätzt werden, da durch ihren Einsatz die Tiere in ihren Familien verbleiben können und nicht abgegeben werden müssen. (ml)

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